Saintummers Projekte

Labor für Impulstechnik (LFI)

Das LFI wurde von Heinz Nixdorf im Jahre 1952 gegründet.
Nixdorf war Zulieferer in elektronischer Rechentechnik (Röhren) für RWE (Elektrizitätsversorger). Später wurden Büromaschinenhersteller mit elektronischen Transitor Rechnern beliefert. Exacta, Wanderer, Bull. Es entstanden Rechner wie Multitronic 6000, Wanderer Conti und die Logatronic
1968 übernahm Nixdorf seinen Kunden, die Kölner Wanderer Werke und gründete im Oktober 1968 Nixdorf Computer
In der Zeit von 1964 - 1968 war Otto Müller bei Nixdorf (LFI) beschäftigt. Müller einwickelte das System Logatronic. Die Logatronic wurde dann schließlich bei Nixdorf zum System 820 weiterentwickelt, und war ein großer wirtschaftlicher Erfolg.

Mit der Einführung der Mehrwertsteuer im Jahre 1968 in Deutschland, war ein großer Bedarf an Rechentechnik gegeben. Der Umstand war natürlich sehr positiv für die Expansion des Unternehmens.
Technisch weit voraus war, das die "Anwendung" und das "Betriebssystem" von einander getrennt war. Hier wurde die Anwendung als "Makro" und das Betriebsystem als "Mikro" bezeichnet. Also der Anwendungs- Programmierer für ein Buchhaltungsprogramm, musste sich nicht mit den Technischen Befehlen des Systems herumschlagen. Zukunftsweisende Innovation.

Logatronic

Logatronic Zentraleinheit

Ansicht einer Logatronic Zentraleinheit die standardmäßig im Schreibtisch eingebaut ist.
Hier ist die Verwandtschaft zur Nixdorf 820 gut zu sehen.
Bild: Wanderer Prospekt, Sammlung Heinrich Stummer

Die Logatronic wurde mit einer Kugelkopfschreibmaschine , numerischer Tastatur und der Zentraleinheit kompakt in einem Büroschreibtisch angeboten
Logatronic Prospekt Seite 1

Wanderer Prospekt Seite 1 zur Logatronic
Bild: Wanderer Prospekt, Sammlung Heinrich Stummer

Logatronic Prospekt Seite 2

Wanderer Prospekt Seite 2 zur Logatronic
Bild: Wanderer Prospekt, Sammlung Heinrich Stummer

Wanderer Conti - VICTOR 1500

Wanderer Conti Seite1

Wanderer Prospekt Seite 1 Wanderer Conti 1965
Bild: Wanderer Prospekt, Sammlung Heinrich Stummer

Die Elektronik dieses Rechners wurde vom LFI von Horst Hager für Wanderer entwickelt.
Der Rechner hatte einen Fädelspeicher für das Programm und ein Kernspeicher. Eingabe kapazität 14Stellen, Ausgabekapazität 28Stellen.
Beginn der Entwicklung 1962-63, Serienfertigung ab 1966, Nach Übernahme von Wanderer durch Nixdorf 1968 erfolgte eine Vertriebsvereinbarung mit der US Fa. Victor. Der Rechner wurde nun als VICTOR 1500 vermarktet. Ab 1972 wurde die Victor Computersparte durch Nixdorf übernommenen. Daraus ging in Chicago die Nixdorf Computer Inc. hervor. Die VICTOR 1500 wurde bis 1973 verkauft.
Quelle: Peter Haertel, "Von der Feinmechanik zur Mikroelektronik - Die Entwicklung der ersten druckenden Elektronik-Tischrechner am Beispiel Wanderer conti" Erschienen in "Historische Bürowelt“, Ausgaben 71/2005, 72/2005 und 73/2006

Wanderer Conti Seite2

Wanderer Prospekt Seite 2 Wanderer Conti
Bild: Wanderer Prospekt, Sammlung Heinrich Stummer


Alle Bilder hier stammen aus meinem privaten Archiv von Prospekten, Fotos ,Service Manuals und Anleitungen der Nixdorf AG,
welche ich als ehemaliger Mitarbeiter von Nixdorf Computer Österreich mit der Zeit gesammelt habe.
Bilder von anderen Quellen werden gesondert gekennzeichnet.